Mercedes-Benz Großer Ponton
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1954 gesellte Daimler-Benz einen ersten Sechszylinder-Ponton zum Basismodell 180 , den 220a, äußerlich erkennbar am verlängerten Vorbau, der den Sechszylinder des Vorgängers W187 unterbringen muss. Damit wandelte sich die pummelige Ponton-Karosserie in ein wahrlich präsentables Blechgewand.
Seinem gehobenen Anspruch gemäß erhielt der 220 eine reichhaltigere Ausstattung als der arg karge Vierzylinder-Ponton. Dazu diente er als Technologieträger – 1958 konnte man ihn als 220SE mit Benzineinspritzung erhalten (W128). Im selben Jahr führte Daimler-Benz auch die Hydrak ein, einen Kupplungsautomaten, der das manuelle Schalten erheblich vereinfachte – sofern man ihn zu bedienen wusste. Leider wurde die Hydrak oft missverstanden, galt bald als wertmindernd und wurde 1961 leise wieder zurückgezogen. Von besonderer Eleganz sind die Zweitür-Versionen des großen Ponton, das Coupé und das Cabriolet – heute die einzigen Pontons, die nicht unterbewertet sind. Dem heutigen Verständnis eines Oberklasse-Mercedes würde der 219 (W105) widersprechen: ein großer Ponton in Sparausstattung. Dennoch gab es offensichtlich genügend Kunden, die Wert auf die sanfte Kraft des Sechszylinders nicht verzichten mochten, wohl aber auf Luxus und Schnickschnack.
Üppig oder nicht: Allen großen Pontons ist die unvergleichlich gute Verarbeitung gemein, die diese Autos – vom Standpunkt der Qualität betrachtet – im Vergleich zur Konkurrenz zu wahren Preiswundern machten.
Die Idee einer Einheitskarosserie für Vier – und Sechxzylinder, unterschieden nur durch die Länge des Vorbaus, setzte Daimler-Benz ab 1959 mit den Heckflossen W110 / 111 fort.






